Vernetzt gegen Misshandlung

Newsletter Mai 2017


Sehr geehrte Damen und Herren

Sie erhalten heute die sechste Ausgabe des Newsletters «Vernetzt gegen Misshandlung».


Erfreuliche Beteiligung an der Optimus Studie zu Kindeswohlgefährdung in der Schweiz


Derzeit haben wir für die Optimus Studie Zusagen für die Datennutzung von über 80% der angefragten Organisationen aller Kantone. Eingeschlossen sind Dienste aus dem Sozial- und Gesundheitswesen, Organisationen des zivilrechtlichen Kindesschutzes sowie aus dem strafrechtlichen Bereich. Bisher haben bereits 82 Organisationen ihre Daten in die Studiendatenbank geladen. Daten von weiteren rund 160 Organisationen werden der Optimus Studie vom Bundesamt für Statistik (BFS), von der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (KOKES) und der Fachgruppe Kinderschutz der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns bei diesen Akteurinnen und Akteuren sowie allen teilnehmenden Organisationen herzlich für die hohe Motivation, trotz teils knappen Ressourcen zu einheitlicheren Daten im Kindesschutz beizutragen.


Wie können Daten geschützt übermittelt werden?


Derzeit beschäftigt das Studienteam insbesondere die Sammlung der Daten der teilnehmenden Organisationen. Zentral dabei ist die Zusammenführung und Vereinheitlichung der verschiedenen Daten in der Studiendatenbank. Für die Datenübermittlung wurden verschiedenen Vorgehensweisen entwickelt. Organisationen können ihre Daten, welche sie entweder direkt aus ihrer Datensoftware exportiert oder in einem Excelformular eingetragen haben, in die webbasierte Studiendatenbank hochladen. Es besteht auch die Möglichkeit Daten direkt in der Studiendatenbank zu erfassen sowie die hochgeladenen Daten einzusehen oder zu ergänzen. Die Datensammlung wird im Sommer 2017 abgeschlossen.
Weitere Informationen zur Datenübermittlung können beim Studienteam eingeholt werden.


Wann liegen Ergebnisse vor?


Eine detaillierte Darstellung der Erkenntnisse erfolgt im Frühjahr 2018 in Form einer Broschüre. Im Fokus der Datenauswertung steht die Beantwortung der Fragen, wie viele Kinder in der Schweiz aufgrund von Vernachlässigung, körperlicher, psychischer oder sexueller Gewalt sowie weiteren Formen der Kindeswohlgefährdung zuständigen Stellen bekannt werden, welche Massnahmen ergriffen werden und ob bestimmte Risikogruppen unterversorgt sind.
Mit der Optimus Studie werden in der Schweiz zum ersten Mal über verschiedene Sektoren und Disziplinen hinweg Daten zur Verbreitung von Kindeswohlgefährdung gesammelt. Auch international ist ein sektorenübergreifender bislang die grosse Ausnahme, lediglich die USA und die Niederlande kennen vergleichbare Studien (vgl. WHO Toolkit, 2015, S. 4-9).


Interview mit Martine Lachat Clerc, Leiterin des Fachbereichs Kinder & Jugend der SODK


Seit 1943 unterstützt, fördert und koordiniert die Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK) die Zusammenarbeit der Kantone im Bereich der Sozialpolitik. Im folgenden Interview stellt Martine Lachat, Leiterin des Fachbereichs Kinder und Jugend der SODK, die neue Plattform zur Kinder- und Jugendpolitik vor, erklärt die Vorzüge einer standardisierten Datensammlung im Kindesschutz und nimmt Stellung zur interkantonalen Umsetzung der Schlussbemerkungen des Kinderrechtsausschusses.


Welchen Nutzen hat die Sammlung standardisierter Daten zur Kindeswohlgefährdung für eine Dachorganisation wie die SODK?


Die kantonalen Verantwortlichen für die Kinder- und Jugendpolitik werden derzeit oft mit dem Datenmangel in diesem Bereich konfrontiert. Sie haben keinen Gesamtüberblick darüber, wie viele Kinder und Jugendliche von den unterschiedlichen Formen von Kindeswohlgefährdung betroffen sind und sie wissen auch nicht immer, von welchen Organisationen diese Kinder begleitet und betreut werden. Standardisierte Daten zur Kindeswohlgefährdung würden es erlauben Präventions- und Unterstützungsmassnahmen zu entwickeln und die Arbeit der zuständigen Stellen zu optimieren. Eine entsprechende Datenbank würde zur Weiterentwicklung der kantonalen Kinder- und Jugendpolitik beitragen.

Zum vollständigen Interview


Links zu weiteren News im Kindesschutz


Die Anlaufstelle KESCHA informiert und berät Betroffene im Kindes- und Erwachsenenschutz. Das Angebot der KESCHA wurde mit Informationen zum Kindes- und Erwachsenenschutzrecht und Tipps in einer Broschüre zusammengestellt.   

Am 18. Mai 2017 findet die Luzerner Tagung zum Kindes- und Erwachsenenschutz 2017 zum Thema Selbstbestimmung statt. Weitere Informationen und Anmeldung

Mit dem Berner und Luzerner Abklärungsinstrument zum Kindesschutz wird in der Schweiz erstmals die Einführung eines Abklärungsinstruments evaluiert. Die Finanzierung erfolgt durch den Schweizerischen Nationalfonds. An der Evaluation interessierte Organisationen melden sich bei David Lätsch (BFH) oder Andreas Jud (HSLU).

Der nächste Kongress der internationalen Gesellschaft zur Prävention von Kindesmisshandlung ISPCAN findet vom 1. Bis 4. Oktober in Den Haag statt.

Die Kinderanwaltschaft Schweiz hat eine Checkliste an Indikatoren erstellt, welche anzeigen, wann eine Rechtsvertretung im Sinne der indirekten Partizipation von Kindern im Kindesschutz erforderlich ist.

Die biennale Konferenz der Europäischen Gesellschaft für Trauma und Dissoziation (ESTD) wird vom 9. Bis 11. November 2017 in Bern abgehalten. Unter dem Titel «Abuse & Neglect: Challenges for therapy, prevention & justice», hat die diesjährige Konferenz zum Ziel ein gemeinsames Engagement von Therapie, Prävention und Justiz zu forcieren und richtet sich an Berufsgruppen aller drei Bereiche.


Impressum


Dieser Newsletter ist unter den folgenden Links auch auf Französisch und Italienisch verfügbar. Der nächste Newsletter folgt voraussichtlich Ende 2017.

Anregungen, Fragen und Rückmeldungen zur Optimus Studie können Sie uns gerne per E-Mail mitteilen.

Hochschule Luzern - Soziale Arbeit
Werftestrasse 1    
Postfach 2969
CH-6002 Luzern    
www.hslu.ch/optimus3

Observatoire de la maltraitance envers les enfants
Université de Lausanne, Faculté des Sciences Sociales
Bâtiment Géopolis
CH-1015 Lausanne
www.unil.ch/ome/optimus3

 

Das Projekt wird durch die UBS Optimus Foundation gefördert.

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