Vernetzt gegen Misshandlung

Newsletter Februar 2018


Sehr geehrte Damen und Herren

Sie erhalten heute die siebte Ausgabe des Newsletters «Vernetzt gegen Misshandlung».


Zusammenführung und Vereinheitlichung von Daten im Kindesschutz in der Schweiz


Die Phase der Datensammlung für die Optimus Studie konnte mit einer erfreulich hohen Beteiligung von 81% im Juli 2017 abgeschlossen werden. Darauffolgend analysierte das Studienteam die unterschiedlichen Datensätze der insgesamt 351 teilnehmenden Organisationen aus dem Sozial- und Gesundheitswesen, des zivilrechtlichen Kindesschutzes sowie aus dem strafrechtlichen Bereich. Dabei wurden die für die Studie relevanten Angaben identifiziert und in die Datenstruktur der Optimus Studie überführt. Das Studienteam bedankt sich herzlich bei allen teilnehmenden Organisationen sowie den nationalen und interkantonalen Akteuren für das engagierte Mitwirken.


Woher stammen die Daten der Optimus Studie?


182 Organisationen haben ihre Daten in die Studiendatenbank hochgeladen. Die Daten von weiteren 169 Organisationen wurden dem Studienteam vom Bundesamt für Statistik (BFS), von der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (KOKES) und der Fachgruppe Kinderschutz der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie zugestellt. Das Vorgehen bei der Optimus Studie ist ausführlich in einem Beitrag in der internationalen Fachzeitschrift Child and Adolescent Psychiatry and Mental Health* beschrieben.

* Die für die Hochrechnung verwendete Anzahl Organisationen weicht von den beteiligten Organisationen ab. Im Artikel wird auf die kleinere Stichprobe der Organisationen verwiesen, die für die Hochrechnung genutzt wird.


Kindeswohlgefährdung in der Schweiz: Formen, Hilfen, fachliche und politische Implikationen


Die Broschüre zur Optimus Studie III wird derzeit vom Studienteam, der Optimus Foundation und einer Journalistin erarbeitet. Sie soll im Juni erscheinen. Die Broschüre gibt Auskunft über die erfassten Fälle von Kindeswohlgefährdung und deren regionale Verteilung, Eigenschaften der betroffenen Kinder und der Täterinnen und Täter sowie die ergriffenen Massnahmen. Das Studienteam leitet aus dem erfolgreichen Vorgehen zur Datenerhebung sowie den Resultaten Forderungen ab, um den Kindesschutz in der Schweiz weiter zu stärken.


Manuela Krasniqi, Bereich Kinder- und Jugendfragen beim Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, zum Potential einer gesamtschweizerischen Datengrundlage im Kindesschutz


«An der Optimus Studie zu Kindeswohlgefährdungen in der Schweiz haben erfreulich viele Organisationen aus dem Sozial- und Gesundheitswesen, seitens des zivilrechtlichen Kindesschutzes sowie aus dem strafrechtlichen Bereich teilgenommen. Durch dieses breite Engagement gibt es das erste Mal gesamtschweizerische Angaben dazu, wie viele Kinder in welcher Form von Gewalt betroffen sind und von welchen Institutionen und Organisationen sie begleitet werden. Diese grundlegende Verbesserung der Datenlage ermöglicht es den zuständigen Akteuren auf Kantons- und Bundesebene, ihre Präventions- und Unterstützungsmassnahmen gezielt weiterzuentwickeln, bestehende Angebotslücken zu schliessen und die Versorgungssysteme aufeinander abzustimmen und zu optimieren.
Nutzen wir daher die Ergebnisse der Optimus Studie gemeinsam, um den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor jeglicher Form von Gewalt zu verbessern. Es ist eine Investition in die Zukunft!»


Links zu weiteren News im Kindesschutz


Die Stiftung Kinderschutz Schweiz stellt eine audiovisuelle Themenmappe zum Thema Kinder als Betroffene von Partnerschaftsgewalt zur Verfügung. Die Themenmappe richtet sich im Besonderen an Fachpersonen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, aber auch an interessierte Privatpersonen, mit dem Ziel, betroffene Kinder besser verstehen und unterstützen zu können.

Der Bundesrat hat den Bericht zur Früherkennung innerfamiliärer Gewalt verabschiedet und hält darin fest, dass ein grosser Handlungsbedarf besteht.

Am 30. April 2018 ist No Hitting Day – Tag der gewaltfreien Erziehung. Dieser Tag soll daran erinnern, dass Kinder das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung haben. Die provisorischen Ergebnisse einer Studie zum Bestrafungsverhalten von Eltern in der Schweiz zeigen, dass körperliche und psychische Gewalt an Kindern von Eltern oft nicht als solche wahrgenommen wird. Diese Studie wurde von der Universität Freiburg im Auftrag von der Stiftung Kindesschutz Schweiz durchgeführt.

Für die gesetzliche Verankerung des Verbots von körperlicher und psychischer Gewalt an Kindern in der Schweiz werden derzeit Petitions-Unterschriften gesammelt.

Im Herbst 2017 veröffentlichte das Netzwerk Kinderrechte Schweiz die Bilanz 2017 über die Umsetzung der Empfehlungen des UN-Kinderrechtsausschusses. Dieses Dokument enthält strukturelle Empfehlungen und beleuchtet insbesondere das Recht des Kindes auf Nichtdiskriminierung.

Am 3. und 4. Mai 2018 findet das 9. Internationale Kolloquium «Für einen besseren Schutz von Kindern in der Schweiz: Verbot von Körperstrafen?» in Bern statt. Die internationale Konferenz wird vom Centre for Children's Rights Studies der Universität von Genf mit seinen verschiedenen Partnern im Rahmen seiner Tätigkeit für das Schweizerische Kompetenzzentrum für Menschenrechte organisiert.

Das Observatoire de la Maltraitance envers les Enfants (OME) der Universität Lausanne untersuchte in vier Spitälern im Kanton Waadt die «Prävention und Aufdeckung von Kindesmisshandlungen auf dem Notfall».

Im Auftrag des Bundesamtes für Justiz (BJ) befragte die Hochschule Luzern – Soziale Arbeit Mitarbeitende aller Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) zu ihrer Praxis bei Vaterschaftsfeststellungen, Unterhaltsverträgen und beim Einbezug von verwandten und nicht verwandten Personen bei Kindesplatzierungen durch die KESB. Die Ergebnisse liegen im Schlussbericht vor.

Das Schweizerische Kompetenzzentrum für Menschenrechte (SKMR) untersuchte die Praxis des Anhörungsrechts von Kindern bei einer Fremdplatzierung und bei Wegweisung eines ausländischen Elternteils. Für die Anhörungspraxis bei Fremdplatzierungen wurden KESB in den Kantonen Bern, Freiburg und Neuenburg befragt. Kantonale Migrationsämter gaben Antwort auf die Frage, inwiefern Kinder angehört werden bei Wegweisung eines ausländischen Elternteils.


Impressum


Dieser Newsletter ist unter den folgenden Links auch auf Französisch und Italienisch verfügbar.

Anregungen, Fragen und Rückmeldungen zur Optimus Studie können Sie uns gerne per E-Mail mitteilen.

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Hochschule Luzern - Soziale Arbeit
Werftestrasse 1    
Postfach 2969
CH-6002 Luzern    
www.hslu.ch/optimus3

Observatoire de la maltraitance envers les enfants
Université de Lausanne, Faculté des Sciences Sociales
Bâtiment Géopolis
CH-1015 Lausanne
www.unil.ch/ome/optimus3

 

Das Projekt wird durch die UBS Optimus Foundation gefördert.

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